Was wusste die deutsche Wehrmacht 1944 über die vermessene und kartographierte Schweiz?
Das sogenannte Planheft „Schweiz“ gibt darüber Auskunft.
In den Teilen Text B und Anlagen B wird ersichtlich welche Originalkarten dem deutschen Heer zur Verfügung standen. Offenbar waren neben den 1:50‘000 Ausgaben von 1938/39 auch der 1:25‘000-Satz vorhanden (wahrsch. vor 1936). Zudem waren zum Zeitpunkt der Finalisierung des Planheftes (März 1944) Punktkoordinatenlisten von der I. bis mindestens zur III. Ordnung sicher zu einem guten Teil vorhanden.
Dies ist umso interessanter, als die Schweizer Karten von 1939 bis 1945 einem Exportverbot unterlagen…
Das Planheft ist direkt von Generalleutnant Gerlach Hemmerich „unterschrieben“, Chef des deutschen Kriegskarten- und Vermessungswesens während des Zweiten Weltkrieges. Seine Abteilung war direkt dem Oberkommando des Heeres unterstellt, was die damalige Bedeutung der Kartographie und Vermessung erahnen lässt. Die Planhefte waren denn auch selbstredend geheim.
Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V., Dortmund „vermacht" in dankenswerter Weise der GGGS ein Exemplar der Ausgabe vom 16.März 1944 des „Planheft Schweiz“.
Wir stellen hier eine elektronische Kopie für interessierte Kreise zur Verfügung:
Download Planheft Schweiz 1944 (43MB)
Zitiervorschlag: Gesellschaft für die Geschichte der Geodäsie in der Schweiz (GGGS): Planheft Schweiz 1944 der deutschen Wehrmacht, 2025 publ., https://gggs.ch/
Es erschienen interessante Artikel zum Thema:
- Oehrli, Markus (2014): Deutsche Kriegskarten der Schweiz 1939-1945 : ein Vademecum , Cartographica Helvetica. Sonderheft, Band: 23 (2014), DOI: https://doi.org/10.5169/seals-1036770
- Rickenbacher, M., Oehrli, M. (2003): Sie hatten die besseren Karten! : die Nachführung der geheimen "Deutschen Heereskarte Schweiz 1:25000" im Zweiten Weltkrieg, Geomatik Schweiz : Geoinformation und Landmanagement, Band 101 (2003), Heft: 11, DOI: https://doi.org/10.5169/seals-236062